Auf dieser und sicher einigen Folgeseiten möchte ich Euch meine persönliche Pferdegeschichte erzählen, also alles über die Pferde, die ich früher mal für meine damalige Familie gekauft habe, ihr Leben bei uns hinterm Haus, die Wanderjahre mit ihnen, wie sie auseinander gerissen wurden, dann irgendwann sogar mal alle wieder zusammen kamen und auch die Pferde, zu denen die, die leider momentan nicht bei mir leben können, jetzt gehören und eins noch, das meiner kleinen Enkelin gehört hat, aber inzwischen verkauft wurde, weil ich es früher oft besucht habe.
Ich habe Töchter, und Mädchen lieben fast immer Pferde. Ich persönlich hatte eigentlich eher immer etwas Angst vor den großen Tieren und habe sie mir viele Jahre lieber über die Zäune der Nachbarn angeschaut, und ich habe ca. 12 Jahre lang gezögert, bis ich dem Drängen meiner Töchter, vor allen Dingen dem der Ältesten, die damals schon 20 und meiner Ansicht nach eine erwachsene Frau war, dann doch nachgab und begann, eigene Pferde hinters Haus zu stellen.
Ich zeige Euch jetzt mal das erste Bild von mir mit unserem ersten Pferd, dem ich mich da zögernd noch auf der Weide ihrer Vorbesitzerin nähere, das ist unsere Nixe, ein Mix aus einem Ardenner Kaltblut und einem Tigerscheck-Pony, also Mini-Knabstrupper. An diesem Tag begann ich zu erahnen, dass da etwas in mein Leben gelaufen kam, von dem ich vorher gar nicht gewußt hatte, wie sehr ich sie lieben würde, unser erstes Pferd.

Dieses Bild wurde von uns beiden irgendwann im Oktober 92 aufgenommen. Nixe kam am 26. Mai 1991 auf die Welt, und an diesem Tag haben wir sie ausgesucht, eigentlich eher meine beiden Töchter als ich, weil ich mir einen Schecken vorgestellt hatte. Ich zahlte sie damals an, weil ich noch gar nicht so viel Geld hatte, wie sie kosten sollte, wir bauten zu Hause noch den Stall aus, zäunten die Weide ein und holten Nixe dann am 5. Dezember 1992 zu uns nach Depenau direkt hinters Haus. Ich hatte damals keine Ahnung, dass ausgerechnet dieses stinknormale braune Mischlingspferd für mich persönlich das ideale Reitpferd schlechthin werden würde ... sie war von ihrem Wesen her wie für mich gestrickt. Gekauft habe ich sie nie für eine bestimmte Person, sondern jedes unserer Pferde, das ich angeschafft habe, habe ich immer unter dem Gesichtspunkt gekauft, dass es der ganzen Familie gehören würde. Was meine Kinder allerdings alle gewußt haben war, ich habe nie vor gehabt, unsere Herde auseinanderzureißen. Da wir damals schon einiges an Infos über Pferde gesammelt hatten, hatte ich geplant, bald noch ein zweites Pferd zu halten und überlegte zunächst noch, ob Nixe nicht, bevor wir sie zureiten könnten, einfach selbst ein Fohlen bekommen könnte. Ich hatte mich mit ihrer Vorbesitzerin darüber unterhalten, die z. B. einen ganz tollen Tinkerhengst als Papa gehabt hätte. Ich habe mich mit meinen beiden Mädchen, die damals 11 und 20 Jahre alt waren, eingehend darüber unterhalten, dass Pferde an die 40 Jahre alt werden können, dass ich nicht wüßte, was in dieser Zeit alles passieren könnte und dass ich sie bitten würde, wenn wir jetzt dieses Wagnis eingingen, bei uns Pferde hinters Haus zu stellen, im Notfall alle beide später zu helfen, dass diese Tiere immer bei uns bleiben könnten und dass unsere kleine geplante Herde, wobei wir zunächst nur an zwei Pferde gedacht haben, keinesfalls getrennt würde, die Tiere nicht wieder verkauft würden.
Das ist eine Ideologie, die ich bei jedem Haustier immer so gehalten habe und gerade bei Pferden nicht vor hatte, etwas daran zu ändern. Damals haben mir meine Töchter das auch versprochen und die Älteste war mit 20 ganz sicher kein kleines Kind mehr, die nicht gewußt hätte, was ich von ihr gewollt habe. Gerade sie als Tierarzthelferin war immer diejenige bei uns im Haus gewesen, die das Thema Tierliebe und Verantwortung übernehmen besonders groß schrieb.
Leider kam alles anders als ich mir das gedacht habe. Wenn ich heute an unserem damaligen Resthof vorbei komme, denke ich immer daran, wie schön das alles hätte werden können. Ich werde dann mal beginnen zu erzählen, wie es anfing.
Unsere 1. Ni-Chi-Re.anch in Depenau
Aufgrund der Probleme, die sich zum Teil schon vor, vor allen Dingen aber auch nach meiner Scheidung für mich in der Familie ergeben haben, kann ich Euch viele schöne Fotos erstmal nicht zeigen, da ich natürlich die meisten Pferdefotos mit ihren Reiterinnen, mit meinen Töchtern, Söhnen, Freunden, Partnern und so weiter aufgenommen habe, auch viele von mir selbst mit meinem damaligen Ehemann, mit meinen Kindern, bei schönen Gruppenausritten .. es ist ein Jammer.
Nixe lebte ein paar Monate zunächst alleine bei uns hinterm Haus. Ich bemerkte sehr schnell, dass es eilte, ein zweites Pferd dazu zu stellen. Dass es zunächst nicht unser Pferd, sondern das einer damaligen Freundin meines Ältesten wurde, lag eigentlich an meiner Großen. Sie überredete mich, dieses Pferd aufzunehmen. Ich habe mich heftig gesträubt, weil ich deshalb Probleme befürchtete ... und die kamen schneller als angenommen.
Zu Nixe kam also für ca. 4 Monate das Englische Vollblut Lady, 7 Jahre alt, leider chronisch krank, wie sich schnell herausstellte. Ich habe keine Fotos von Lady und Nixe ohne Reiterinnen. Die beiden Mädchen vertrugen sich nichtmal ein paar Wochen und dann kam etwas Schreckliches hinzu, Lady starb an einer Sehnenentzündung, die Freundin meines Sohnes ließ sie schlachten, weil sie nie mehr reitbar geworden wäre.
Weder ich noch meine Töchter dachten genauso und ich noch, oh je, wenn ich jetzt nicht erlaube, dass sie das nächste Pferd zu uns stellt, wird mein Sohn böse sein. Es war auch so, er wirft es mir heute noch vor, nicht seiner großen Schwester, warum auch immer.
Na ja, wir kauften nach einer längeren Familienunterhaltung Chiwa zu Nixe dazu .. und als die Freundin meines Großen sie sah, rannte sie mit den Worten weinend weg: Das ist nicht mein Pferd. Ja ja.
Hier die ersten Fotos von Nixe und Chiwa.

Da Jürgen und ich Chiwa noch heute halten, findet Ihr Angaben über ihren Stammbaum und so weiter auf meiner Seite über die Pferde, die jetzt bei uns sind.

Ja, mein Schimmel war wirklich mal pechschwarz, man soll es nicht glauben.


Es gelang uns, zusätzlich zu der Weide, die wir schon direkt hinterm Haus gepachtet hatten, noch die neben unserem Haus auch zu bekommen.
Ich weiß noch wie heute, wie wir die mit alten Eisenbahnbohlen eingezäunt haben. Es war wie ein archäologisches Unternehmen, diese Pfähle einzugraben, denn vorher hatte dort mal ein Haus gestanden. So manches Loch haben wir 5 x gegraben, bis wir eines hatten, das die 60 cm Tiefe hatte, die wir brauchten und dabei kamen die seltsamsten Funde zu Tage, woraus wir immer lachend schlossen, in welchem Zimmer des ehemaligen Hauses wir uns wohl gerade grabenderweise befanden.

Allmählich wurde unser kleines Arbeiterhaus mit Schuppen zum Mini-Bauernhof. Wir bauten einen artgerechten Offenstall, kauften einen Trecker, einen Miststreuer und meine Große nutzte es aus, mir wirklich einen halben Zoo hinters Haus zu schleppen. Unsere Katze Blanka und Musi, das Chinchilla, stammen noch heute aus dieser Zeit. Nun, ich glaube, nicht nur ich, auch meine Kinder waren trotz aller Probleme, die mein Mann und ich in unserer Ehe hatten und trotz aller Differenzen, die meine Mutter und mein Mann miteinander hatten, durchaus so unglücklich nicht, wie sie heute immer sagen, dass sie es gewesen wären.

Ich beim Ausmisten, meinem damals täglichen Ausgleichssport.

Unser kleiner Deutz. Er diente uns zum Mistwegfahren, zum Holzholen und meinem Ex-Mann und meinem Ältesten zum Treckerringstechen und meinem Kleinen schlicht, um mal damit auf dem Gutshof rumzufahren, was auch ohne Führerschein möglich war.

Meine Mama mit unserem Kater Socke, der leider nicht mehr lebt, vor unserem schönen Offenstall.
Sowas wieder zu haben, wäre das schön.

Selbst im Winter war das mit dem Wassertransport so nah am Haus noch relativ praktisch. Ich brachte den Pferden eben mehrmals am Tag kleinere Mengen und so war das kein Problem.


Dass wir noch ein drittes Pferd bekommen würden, war nicht meine Idee. Sie ergab sich über die kleinen Turniererfolge unserer jüngeren Tochter, die mit viel Ehrgeiz an Ringreiten, Geländeritten oder Reiterspielen auf den umliegenden Dörfern teilnahm. In unserem Reiterverein waren unsere Ponys eben nur Ponys, Großpferde höher geachtet und mein stolzer Ehemann und Vater beschloß, wir kaufen noch ein Großpferd. Eine Weile versuchte er sogar, es zu fahren und zu reiten und konnte sogar vorübergehend die Begeistung unseres Jüngsten dafür erwecken. Es legte sich aber bei allen beiden irgendwann.
Nun ja, Reno kam zu uns als kleiner Hengst und lebte zuerst auf einer Weide mit dem Wallach einer Nachbarin und dem von immer noch derselben Freundin meines Großen, deren Pferd bei uns gestorben war, in einem Nachbarort.
Das hier sind Fotos aus dieser Zeit.

Reno noch als kleiner Hengst mit Varino, der der Ex-Freundin unseres Großen gehört und Diamond von unserer damaligen Nachbarin in Depenau in Wankendorf auf einer Weide.

Und hier nochmal Reno und Varino in Nahaufnahme .. ein so finde ich sehr schönes Foto aus dieser Zeit.
Wir kauften Reno als reinrassigen Knabstrupper, aber ohne Papiere als Sohn eines nicht gekörten Hengstes. Später habe ich anhand eines Buches festgestellt, dass er im Prinzip ausgesprochen edel ist. Sein Frauchen hatte wohl nur nicht das Geld für die Hengstkörung seines Vaters.
Reno kam am 18.5.1994 auf die Welt und zu uns Mitte Juli 1995. Er ist der Sohn von Butler und dieser ein Sohn des sehr berühmten Apollon, seine Mutter heißt Lise af Dal. Hätte er Papiere, wäre er ein echter Barock-Strupper, wie Bent Branderup sie hat. Ich habe das später erst zufälllig, als Reno schon Wallach war, in einem Buch über diese Rasse nachgelesen, als ich über seinen Vorfahren Zorro stutzig wurde und die Kopie der Papiere seiner Eltern verglichen habe.
Es gab dort bald Probleme .. ob nun von der Ex meines Großen oder eher dieser Nachbarin herauf beschworen, ich weiß es nicht genau. Sie kaufte sich zwei Stuten, Reno störte, war ja noch Hengst, wir holten ihn also erstmal zu Nixe und Chiwa, er war ja noch nichtmal zwei, hat auch nie versucht, meine Stuten zu decken, bis er gelegt werden konnte.
Das hier ist ein Foto aus der Zeit.

Und das eins von einem seltenen Anlaß, einem gemeinsamen Ausflug mit damals allen Pferden, unseren inklusive Nixe und Chiwa und auch denen der Nachbarin und der Freundin unseres Großen .. hier auf diesem Foto nicht alle zu sehen.

Obwohl die anderen Pferde öfter mal besuchtsweise in Depenau waren, war es dann nicht erwünscht, dass wir auch mal Nixe und Chiwa dorthin bringen .. als wir sie hier mal dort hingebracht hatten, oha, war extremes Sauersehen angesagt.
Hier haben sich Reno, Nixe und Chiwa nachdem Reno gelegt war, erstmalig richtig miteinander ausgetobt.


Ich glaube, Reno und Nixe waren begeistert voneinander. Es sieht jedenfalls so aus.
Und auf den beiden folgenden Fotos toben die drei.


Na ja ... es ging nicht lange gut .. von heute auf morgen ließen uns die Freundin meines Großen und diese Nachbarin mit Reno alleine dort sitzen ... und zwar kurz vor dem Winter und unser Offenstall war zu klein für drei Pferde und unser Portemonnaie eigentlich auch zu klein, um drei Pferde in den Wankendorfer Pensionsstall zu stellen ... nur blieb und nichts anderes übrig.
Unsere drei Pferde standen dann also dort, bis auch noch zu allem Unglück bald im Wankendorfer Stall das Wasser einfror und wir dort Hals über Kopf weg sind, den Offenstall erweitert haben.
Die Nachbarin ging übigens nach einer Weile auch aus dem Stall weg, den sie dann mit der Freundin meines Großen gemeinsam gemietet hatte .. warum, egal. Ich denke mir mein Teil, aber werde hier nichts dazu schreiben. Inzwischen ist auch die Freundin meines Großen selbst nicht mehr dort, ich habe im letzten Winter eine Weile mit Jürgen Heu bei dem Bauern gekauft. Er wußte nicht, was aus ihr und ihren Pferden geworden ist.
Hier mal ein paar Fotos aus dieser kurzen Phase, als alle unsere drei Pferde in Wankendorf standen.





Wir wechselten irgendwann im Dezember 1995 mit allen Pferden nach Depenau, pachteten zunächst noch eine Weile eine Zusatzweide an der B 404, die wir wieder aufgaben, weil es dort so laut war und wir im Dorf mit Hilfe vieler Nachbarn und deren Riesenrasenflächen auch so zurecht kamen. Später kriegten wir sogar noch eine Weide unseres Gutsbesitzers extra, weil der seine Pferde verkauft hatte.
Das hier sind Fotos von der Weide an der B 404 .. man sieht wohl, dass die nicht so das Wahre war.


Ich werde diese Seite mal beenden und eine Folgeseite der alten Pferdegeschichte anlegen.
Es folgten jetzt in Depenau einige wirklich schöne Jahre mit unseren Pferden, die ich um nichts im Leben wieder missen möchte und an die ich mich immer wieder gern erinnere .. man hat mir eine Menge weg genommen, meine Erinnerungen kann man mir nicht wegnehmen, die habe ich abgespeichert und die bleiben.
Davon mehr auf der nächsten Seite.