Auf der Suche nach der Doublebird-Ranch

Kapitel 6: Viel Zeit für uns

Heute ist der 15. April 2009, Mittwoch morgen in der Nacht. Das Oster-Wochenende ist gerade vorbei und ich hoffe, dass wir morgen etwas Geld auf unserem Konto haben, sind mal wieder völlig pleite.

Meine Mama war am Ostermontag bei meinem Ex-Mann und seiner Freundin zu Besuch und hat alle meine Kinder und Enkel dort getroffen. Ich hab das für sie arrangiert, denn sie wird immer seniler und ist mir in den letzten Wochen 2 x aus dem Bett gefallen, kam nicht mehr hoch. Also hab ich die Kinder mal damit provoziert, was eigentlich wahr ist, dass ich denke, ihre Oma könnte erstens nicht mehr ewig leben und zweiten wird sie sie irgendwann nicht mehr erkennen. Sie haben es wohl begriffen, aber Jürgen und ich wurden natürlich wie immer ausgegrenzt. Meine Mutter konnte mir nicht viel erzählen, ist klar, bei ihrer Demenz, geschweige denn, dass ich ihr hätte einen Fotoapparat mitgeben können, um mal meine Kinder und Enkel für uns zu fotografieren. Sie kann ja leider nichts mehr und sie begreift auch nichts mehr.

Meine jüngere Tochter hat schon länger mit mir telefoniert und mein Großer, der seine Oma bei uns abholte und wieder her brachte, hatte dann, als er ging, wohl einen Anflug von Mitleid oder so, legte mir den Arm um die Schulter ... nur sowas, was soll mir das bringen. Die Kinder haben uns verstoßen, Jürgen und mich, ihre eigene Mutter und falls es ihnen leid tut, kann mir das vollkommen egal sein, denn es ändert gar nichts.

Chérie war schwer krank, hatte eine Infektion und dabei eine Herzattacke, insofern habe ich auch meine Große gesehen, halt beruflich. Chérie hat es nochmal überstanden, Gott sei Dank.

Als ich mit unserer Kleinen telefonierte, erzählte sie mir, dass unser Hopi eine schlimme Kolik mit Aufenthalt in der Tierklinik hatte, aber auch er hatte Glück und hat es geschafft.

Mit unseren Pferden kommen wir momentan gut voran. Das Wetter ist herrlich und wir haben Prima satteln und longieren können. Sie macht das alles wunderbar.

Auch mit Chiwa haben wir ein bißchen getan, aber die ist schwieriger, halt ne kleine Zicke. Trotzdem kommen wir auch mit ihr weiter.

Auf dem Hof, wo unsere Pferde leben, hat man uns gefragt, ob Prima ein Fohlen haben dürfte .. es würde halt nicht uns gehören und uns auch nichts kosten. Wir haben ja gesagt. Mal sehen, wie das so wird. Irgendwie gönne ich es ihr, nochmal ein Baby zu haben. Meine Foren-Freundinnen haben alle Bedenken, ich weniger, denn Prima ist ein so schönes Pferd und ich habe ihnen gesagt, die Zukunft kann niemand voraus sagen, nach meiner Erfahrung ja nichtmal in bezug auf die eigenen Kinder, für die man ein ganzes Leben lang alles getan hat. Schlimmer kann kein Fremder mit uns umgehen, würde ich einfach einmal sagen.

Jürgen hat seinen Job verloren. Es war unschön, wie Randstad zuletzt mit ihm umging, obwohl er immer brav seine Arbeit gemacht hat. Sie wollten ihm zum Schluß einen Aufhebungsvertrag unterjubeln, so ganz schleimig. Sowas gibt 3 Monate Sperre, wenn man das unterschreibt. Ich fand das sehr gemein, vermute aber, die Sachbearbeiter dort stehen auch unter Druck von der Geschäftsleitung.

Ansonsten ist es nicht weiter schlimm, wenn Jürgen diesen Job nicht mehr hat. Finanziell ist das kein Unterschied zu vorher,  im Gegenteil. Was die ARGE einem für die Fahrten zur Arbeit erstattet reicht nicht aus, um ein Auto zu unterhalten.

Das Wetter ist wunderschön und wir waren viel mit den Hunden draußen und bei den Pferden, genießen unser Leben. Das geht auch ohne viel Geld.

Ach ja, mein Jüngster hatte eine Freundin, deshalb ging es ihm besser, aber seine Ex-Freundin hat es ihm kapputt gemacht, weil sie so eifersüchtig war, schrieb sie und nun wiederum sei sie nicht bereit, die Lücke zu füllen. Er muss selbst wissen, was er tut. Er antwortet mir nie, auf keine meiner e-mails, als ob ich was dafür könnte, was ihn so unglücklich macht. Das ist doch nicht meine Schuld und wenn er weder Trost haben noch geben will, wird er irgendwann selbst schuld sein, dass ich das Vertrauen auch in ihn verlieren werde.

Ich zeige Euch jetzt mal ein paar Fotos aus der letzten Zeit.


Wir haben jetzt nach dem Winter viel Bodenarbeit in Form von Freilaufen gemacht und Chiwa und Prima haben inzwischen eine gute Kondition.

Führen klappt inzwischen nicht nur bei Jürgen, sondern auch bei mir ohne Führstrick und Chiwa folgt mir wie ein Schatten.

Meine Mutter hat abgenommen, was mir bei jemand, die immer zu dick war und gerne nascht, nicht ungedingt gefällt.

Ansonsten nehmen wir sie bei gutem Wetter oft mit raus.

Blanka, unsere Katze, ist alt, aber es geht ihr immer noch gut.

Boomer badet schrecklich gerne.

Stöckchen hergeben ist aber nicht nett, findet der Hund.

Um Herrchen auch zu gefallen, geht Chérie sogar ins kalte Wasser.

Boomer freut sich.

Die letzten Fotos und auch dieses haben wir am Löptiner See gemacht, waren aber in der letzten Zeit mit den Hunden an vielen verschiedenen Seen baden, was ich Euch nicht alles auf meiner Homepage zeigen kann, sonst ist sie gleich voll und ich will ja später mal mehr erzählen können.

28.4.09 ... Das herrliche Frühlingswetter hält immer noch an. Weil unser Geld unter meinem alten Ehenamen raus gegangen war, hatte die Bank es zurück gehen lassen, konnte es so nicht verbuchen. Manuel, mein Großer, hat uns ausgeholfen und sogar zurück gemailt, als ich ihm dann schrieb, jetzt hätte ich ihm das geliehene Geld zurück überwiesen. Nun ja .. es sind kleine Schritte, dass Esther wieder mit mir telefoniert und dabei freundlich ist und Manuel auch und mir sogar Geld geliehen hat. Vielleicht sollte man im Leben nicht zu viel verlangen. Auch mit kleinen Schritten kommt man vorwärts.

Mein Ex hat sich ein Hot Rod gekauft und war in Dänemark im Urlaub. Ich habe es im Internet gefunden. Es ist klar, als Fliesenleger und Tischler von Beruf hat er es leichter, sich mal was nebenbei zu verdienen, wenn Jürgen und ich was jobben, wird das immer zu 100 % mit der ARGE verrechnet und bringt uns nicht viel.

Ich fand auch eine Notiz seiner Freundin, dass im letzten Frühling eins von Esthers Pferden Hufrehe gehabt haben muss. Ich bin dadurch mit ihr ins Gespräch gekommen und sie sagte, im Moment geht es dem Pony gut. Ich hab sie gefragt, warum sie sich nicht als sie selbst bei mir registriert, wenn sie sich doch so für Pferde und deren Krankheiten interessiert und ihr gesagt, ehrlich als sie selbst hätte ich sie damals nicht gelöscht.

Wenn ich das nächstemal mit Esther telefoniere, werde ich sie fragen, wie es dem Pony geht und falls sie noch Hufrehe-Tipps brauchen sollte, gebe ich sie ihr eben dann. Wir werden wegen meiner Mutter ja sicher schon bald wieder telefonieren und eigentlich habe ich Esther auch schon viel über Hufrehe beigebracht.

Am Samstag waren wir auf der Nordpferd-Gala. Mir war so, als ob ich dort Sonja, die Ex-Freundin meines Großen in einer der Show-Nummern mit ihren Pferden Jurbe und Varino gesehen habe. Es war so eine bunte Nummer mit Kindern, Erwachsenen und Pferden und Jurbe und Varino waren weit weg von uns. Varino strang über ein Seil, was ich sehr schwierig fand, mit einem Pferd Seil springen und Jurbe zog einen Drachen hinter sich her ... das habe ich mit unseren Pferden als Scheu-Training auch schon gemacht.

Gestern hatte ich einen Mann auf meinem stayfriends-Account, den ich nicht kannte und fand bei ihm unter Familie Sonja. Also habe ich sie als stayfriends-Freundin eingetragen und ihr geschrieben. Sie war wirklich auf der Nordpferd, sie schrieb mir, dass sie jetzt auch Reitlehrerin sei und sich dem Barock-Reiten verschrieben hätte. Ich habe sie gefragt, ob sie Videos oder Fotos von der Nordpferd hätte. Noch hat sie das nicht gelesen.

Na ja, wir kommen mit unseren Pferden auch weiter, so nach und nach. Zum Helfen bräuchten wir wohl eher jemand, der Westernreiten kann ..das heißt, ich werde es Jürgen wohl selbst zeigen müssen, wenn es los geht, dass er Prima zureitet. Er schafft das schon.

Ein paar Fotos habe ich noch für Euch.

Die Ponys in der Anweidephase.

Die restliche Herde in der Anweidephase.

Inzwischen sind die Pferde länger auf der Weide, hier noch einige Bilder davon.

Die Ponyweide, vorn steht Andy, Chiwa ist ganz hinten zu sehen.

Auf der Großpferdeweide.

Chiwa vorn auf der Ponyweide, als Jürgen mit Prima vorbei ging, bevor ich dann mit ihr hinterher bin.

Nun folgen noch ein paar Fotos von schönen Spaziergängen mit den Hunden.

Diesen genial schönen Strand am Lanker See haben wir neulich ganz zufällig gefunden, einsam, lang, flach und für Hunde geeignet. Ich hoffe, da wird nicht bald Vieh drauf sein, fürchte aber ja.

So, hier an dieser Ecke höre ich heute erstmal auf. Bis irgendwann.

Renate