Dann mache ich mal weiter mit meiner Geschichte über die alten Sachen in bezug auf unsere Familienpferde.

Ja, nochmal Reno vor unserem schönen Stall in Depenau. Es war nichts wahnsinnig Gigantisches, ein kleines altes Arbeiterhaus, ein Offenstall, ein Schuppen, ein bißchen Weideland und ein Garten ums Haus ... dennoch ein Traum.


Die letzten beiden Bilder zeigen Chiwa, Nixe und Reno nochmal bei der Bodenarbeit.

Laufen sie da nicht wirklich wie im Zirkus?
Ja, und dann war plötzlich alles vorbei. Mein Mann verließ mich nochmal. Durch den Streit gab es so viel Unruhe zu Hause, dass unsere Kleine mit ihrem damaligen Freund auch wegzog. Ich bettelte meine Große an, die noch mit ihrer Familie in der alten Wagenremise lebte, inzwischen schwanger war und mich bald zur Oma machen sollte, ob wir tauschen könnten, denn ich konnte den Hof so nicht halten, ich mußte mit meinem Jüngsten weg ziehen. Aber sie zog es vor, mit ihrem Mann in eine Etagenwohnung nach Preetz zu ziehen ... wo die zwei nichtmal lange gewohnt haben, weil es bald Probleme mit ihrem Kind und den Hunden gab ...statt mir und den Pferden zu helfen, den Hof zu halten, indem sie mit mir getauscht hätte. Mein Resthof war vom Mietpreis her samst Offenstall und Land günstiger als diese Etagenwohnung. Wenn ich heute sage, das kann nur einen Grund gehabt haben, nämlich den, dass ihr Mann sie von ihrer Familie trennen wollte und ihm die Pferde nie wichtig waren, dann soll ich lügen. Ich lüge aber nicht, denn einen anderen Grund gibt es nicht, um so gehandelt zu haben.
Das war im Dezember 1998 ... ein Traum war zu Ende ... er hätte nicht zu Ende sein müssen, wenn wir drei Frauen, meine Töchter und ich, alle an einem Strang gezogen hätten.
Jetzt folgt ein neues Kapitel meiner Pferdegeschichte über die alten Zeiten, ich nenne es ...
Wanderjahre
Bereits damals wollte meine Große Chiwa woanders unterbringen, aber meine Kleine und ich fanden einen Stall in Scharstorf für alle drei und so kam Chiwa mit Nixe und Reno dort unter. Woran lag es, dass wir dort nur 8 Wochen blieben? Die Leute waren nett, aber die hatten sich finanziell total übernommen, auf 1 ha Land 10 Pferde stehen, es war kein Offenstall, sondern eine große Gemeinschaftsbox mit einem Schlammauslauf, der knietief war, wo die Pferde bald standen ... als wir es uns ansahen, nicht zu erahnen, denn da war alles noch im Bau befindlich ... es gab zu wenig Futter und noch dazu schlechte Silage, die vollkommen übersäuert war, vielleicht sogar ein Glück, dass es davon sehr wenig und nicht auch noch viel gab. Sogar Nixe nahm ab und die Pferde gingen freiwillig nicht mehr aus dem Stall raus, freuten sich auf unsere Spaziergänge .. es war einfach nur schrecklich, obwohl die Bäuerin als Lehrerin die Freizeit im Sattel las und auch sicher verstanden hatte, worum es in diesem Blatt geht.

Das war kurz nach unserem Einzug .. bereits da beginnt der Auslauf, den Ihr hinter dem Stall sehen könnt, zum Schlammloch zu werden. Ein paar Wochen später war es einfach nur noch grauenvoll.
Wir gingen zu den Nachbarn .. es war besser, es war nicht gut, es gefiel mir von Anfang an nicht, der Kleinen auch nicht, aber der Großen und die meinte, wir sollten doch da hingehen. Nun ja, das Paar schlug seine Kinder, sein Pferd, es gab genug Heu, wir konnten selbst ausmisten und genug Stroh einstreuen, für den Lehmboden konnten die zwei nicht wirklich was und ansonsten war alles unfertig und teils wirklich schlimme Gefahrenquellen da. Passiert ist nichts. Ich ging mit den Pferden von heute auf morgen nach ca. einem Jahr, als die Bäuerin mit der Mistforke auf ihre Stute losging, weil die lahmte. Es folgen mal ein paar Fotos.

Die Herde im Winter Anfang 1999 ... es sah zunächst ganz gut aus, aber mein Bauchgefühl hat mich noch selten getrogen, ich sollte immer auf meinen Instinkt hören, das wird mir klar, umso älter ich werde.






Ich werde dieses Jahr dort dennoch in Erinnerung behalten, denn es war das letzte mit einem halbwegs guten Kontakt zu unserer Großen und der Möglichkeit, meine Enkelin von ihr als Baby ein bißchen kennenzulernen.
Ich bekam vom Arbeitsamt damals eine einjährige Weiterbildung bewilligt und mein Schwiegersohn hatte damals eine Weile wirklich Arbeit, meine Mutter holte meine älteste Tochter, die immer ihre Lieblingsenkelin gewesen war, täglich in Preetz in ihrer Wohnung ab, lief im Alter von über 80 kilometerweit mit ihr mit dem Kinderwagen bis nach Scharstorf, dann hinter ihr her, wenn sie ausritt und war noch fit und glücklich.
Meine kleine Enkelin liebte es zu reiten, schon im liegen auf Chiwa.

Ich selbst versuchte dort immer noch, ob ich es nicht hinkriegen konnte, auf Reno zu reiten ... aber irgendwann dort gab ich auf, weil es einfach nicht klappen wollte, er hat zu viel Schwung für mich alte Frau, es ging nur im Schritt.

Im Sommer ging es alles noch, aber die Zäune waren Müll und es gab viele Gefahrenquellen. Das hier lag am Putzplatz, eine Glasscheibe, wo man auch dran vorbei mußte, um auszureiten.



Es wurde ein Fohlen geboren, ein kleiner Hengst, niemand kümmerte sich darum, dass er vielleicht gelegt werden müßte. Die Einstellerin hatte ihn vom Sohn seiner eigenen Mama bekommen, also reine Inzucht, zahlte nicht pünktlich ... niedlich war die Fohlengeburt dennoch irgendwie, ich habe sowas ja vorher noch nie so direkt miterlebt.



Im Winter kamen die Pferde nicht mehr auf die große Weide, darauf sollte dann Heulage gemacht werden .. nicht sachgerecht, irgendwann bekam Nixe davon die erste Schlundverstopfung und Reno laufend Durchfall ... der Auslauf war fast genauso ein Schlammloch wie beim Nachbarn zuvor, dem Reitplatz fehlte nach wie vor der Zaun und der Bau einer Autobahn direkt am Hof vorbei stand auch bevor. Dazu kam die Mentalität der Stallbetreiber, die Prügel für Kinder und Pferde für adäquate Erziehungsmethoden hielten.


Der Reitplatz ging, nur verlor man auf dem Weg über den sumpfigen Acker dorthin teilweise sogar seine Gummistiefel im knietiefen Schlamm.

Ich war mit meinem Mann wieder gemeinsam aus unseren beiden getrennten Wohnungen in Preetz nach Pohnsdorf gezogen ... und dort gab es einen Pensionsstall, der sicher nicht perfekt war, aber besser als das, was wir vorher erlebt hatten und im Nachhinein sicher auch besser als vieles, was wir danach in manchen Ställen erlebt haben. Die Mängel dort erkläre ich Euch später. Dass wir dort weg gingen, hatte auch andere Gründe als völlig unzufrieden zu sein. Das erkläre ich Euch auch später.
Als die Bäuerin ihr Pferd mit der Mistforke schlug, ist mir einfach der Kragen geplatzt und ich ging in Pohnsdorf fragen, ob noch Platz für 3 Pferde sei.
Und dann ging es los, dass meine Große Chiwa nicht mitgehen lassen wollte. Zuerst gab ich nach, aber nach einer Woche habe ich sie nach Pohnsdorf geholt und meiner Tochter gesagt, so nicht und wenn ihr Mann unbedingt wollen würde, dass ein Pferd bei dem seines Bruders stünde, dann sollte er ihr doch ein eigenes kaufen.
Ich habe nicht damit gerechnet, dass er es tun würde und sie Chiwa kaum noch besuchen würde, doch es kam so. Ich wußte, meine Enkelin würde ich aus den Augen verlieren genau wie meine Tochter selbst oder diejinigen unserer früher mal gemeinsamen Haustiere, die sie mitgenommen hatte, z. B. unseren Wolfmix Cindy.
Wie sagte meine Mama immer: Kind, lass Dir nicht den Familienast absägen, Dein Mann versucht es. Na ja, inzwischen hat er ihn durchgesägt, nicht nur angesägt, der Ast ist abgefallen. Ein großer Verlust für meine Mutter, die gerade dieses von meinen Kindern so besonders geliebt hat .. sie hatte ihr sogar meine Spitznamen gegeben, als sie auf die Welt kam, meine Mama gerade ihre beiden Eltern verloren hatte und sich an meinem Baby hochzog und wieder Lebensmut kriegte.
Das neue Pony meiner Großen lebte zunächst woanders und später kam es in genau denselben Stall wo ich so wütend weg bin. Ich habe es nicht verstanden. Als Silas verkauft wurde, hat seine neue Besitzerin ihn sofort dort weggeholt .. ich habe mal mit ihr geredet, weil Silas irgendwann Hufrehe hatte und ich sie so kennenlernte. Sie fand die Zustände dort genauso unmöglich wie ich auch. Aber ich glaube, Silas hat es heute ganz gut. Es war mir klar, dass mein Schwiegersohn ein eigenes Pferd nicht lange behalten würde .. Instinkt. Meine instinktiven Vermutungen bestätigen sich fast immer.

An dem Tag wollte meine Enkelin mir zeigen, dass sie Galopp reiten kann. Sie sagte noch ballobieren, weil sie das schwere Wort noch gar nicht aussprechen konnte, aber der erste Galoppversuch ihres Lebens klappte super.
Ja, ich hatte da noch einen recht guten Draht zu meiner kleinen Enkelin, die mich inzwischen sicher kaum mehr kennen wird.
Und einen noch besseren zu dem Enkel, den ich von meiner jüngeren Tochter habe, hier beide gemeinsam auf einem Foto dort auf dem Hof in Wakendorf.

Das nächste Bild ist eins von meiner Mama mit unserer kleinen Enkelin, die sie über ein Jahr in der Kinderkarre von Preetz nach Scharstorf gefahren hat und dann leider auch verlieren mußte genau wie ich.

Hier ist ein Foto von einem Tag, wo Silas dann wieder in Scharstorf war, mit meiner Enkelin dann größer ... die ist so gerne geritten, aber heute gibt es nichtmal mehr den Kontakt als Reitbeteiligung .. warum genau, ich weiß es nicht, aber vermute, der Schrebergarten wird meinem Schwiegersohn wichtiger gewesen sein als dass das Herz seiner Frau und Tochter bei dem Pferd waren.
Es war das letztemal, dass meine Große ihre Oma abgeholt hat, denn anfangs hieß es ja, der Streit sei nur auf mich bezogen. Ich wußte immer, dass das nur ein Vorwand war. Heute schicken die Kinder meiner Mutter nichtmal mehr eine Postkarte, auch wenn sie immer sagen, es sei gegen mich. Anrufen darf sie auch nicht, das hat meine Tochter ihr ganz deutlich gesagt, jedenfalls nicht die Große, die anderen vermutlich schon.

Später stand dann Silas bei seinem neuen Frauchen und von dort stammen diese beiden letzten Bilder, eins davon eine Rarität, meine drei Enkelkinder zusammen mit Silas vor seiner Box damals.


Ja ... gut dass ich Chiwa damals unter Streit behalten habe, denn sonst wäre sie jetzt verkauft worden und ich wüßte nichtmal mehr, ob sie noch lebt ... der Konflikt mit meinem Schwiegersohn hätte sich sowieso nicht aufhalten lassen. Der war gewollt und geplant und nur eine Frage der Zeit.
Es ist schon nach Mitternacht und der 17.1.2009, ich mache mal Schluß und später weiter mit der Episode, als unsere Pferde in Pohnsdorf gelebt haben.
...
Wir stellten unsere Pferde irgendwann im frühen Frühjahr 2000 nach Pohnsdorf und Chiwa holte ich eine Woche später dazu ... sie war ganz panisch, weil sie Nixe glaubte verloren zu haben und so froh, dass sie ihre dicke große starke Freundin nun wieder hatte.
Die Weiden dort ware sehr schön und weitläufig. Der Boden gut und nicht sumpfig.
Die Reitgegend für die Kinder war nicht so optimal, denn das Gut, das dort in der Nähe ist, ist nicht reiterfreundlich.

Unsere Chiwa begann dort, doch ziemlich hell zu werden und da das Gesicht sehr weiß wurde, war klar, dass sie doch ein Schimmel werden würde und kein Roan, wo das Gesicht immer dunkel bleibt.

Ich wußte damals, dass meine jüngere Tochter mich auch bald zur Oma machen würde. Da ich mich mit dem leiblichen Papa dieses Enkels sehr gut verstand, freute ich mich sehr auf dieses Enkelkind. Nur leider hat die Beziehung meiner Tochter mit diesem Mann nicht lange gehalten.
Nun ja, man kann sich die Partner der Kinder nicht aussuchen und die Kinder können sich später auch die neuen Partner von Eltern, die sich trennen, nicht aussuchen. Es ist schade, dass den meinen meine Wahl nicht zu gefallen scheint oder aber, vielleicht sollten sie sich einmal die Mühe machen, ihn besser kennenzulernen, denn in seiner oftmals rauhen Schale nach außen steckt ein sehr weiches Herz.

Die großen Weiden in Pohnsdorf waren wirklich schön, nicht wahr?


Der schöne Schecke vorn hieß Rudi. So ähnlich wie ihn stelle ich mir Newwing vor, das Pferd, das ich mir für mich zum Reiten wünschen würde, wenn alles klappt.
Ein gewisser Nachteil in Pohnsdorf waren die Offenställe. Es war kein großer Laufstall, sondern es gab vier boxenartige Ställe mit kleinen Türen für sehr viele Pferde und nur die Starken kamen an das Heu, das im Winter innen angeboten wurde, auch heran. Von unseren Pferden war das nur Nixe, die sich mit viel Vehemenz gegenüber der vorherigen Leitstute Mariechen in einem 6 Wochen währenden Kampf durchgesetzt hatte. Draußen gab es ab und zu kleine Häufchen Heu, aber es war etwas wenig und auch die weitläufigen Weiden gaben im Winter nicht so viel Nahrung her wie angenommen. Chiwa und Reno magerten in diesem Winter sehr ab und die rangniederen Tiere waren oft verletzt, so dass ich annehme, weil sie versucht haben, doch mal in die Offenställe ans Heu zu kommen.
Meine Mutter, die damals allein in Preetz geblieben war, wurde immer tüdeliger im Kopf und dann verlor mein Mann damals seinen Job und der Vermieter nahm eine Anzeige von uns, wo wir nach einem Resthof gesucht hatten und wo ein Anbieter, dessen Hof wir uns angesehen hatten, dort angerufen hatte, zum Anlaß, uns zu kündigen. Ich war nicht angetan von dem Bauern gewesen .. wieder ein Bauchgefühl .. man sollte immer auf seinen Bauch hören, Instinkt ist der Logik meist weit überlegen. Aber wir mußten feststellen, dass man in einer Einliegerwohnung, wo man allein nur mit dem Hauseigentümer zusammen wohnt, keinen Kündigungsschutz hat.
Tja, gemeinsam mit meiner Mutter, den Pferden und auch allen Oldtimern meines Ex-Mannes gingen wir nach Boksee auf den Hof, den der Bauer, wo jetzt unsere Pferde stehen, vor uns gemietet hatte. Wir hatten dort im Prinzip eine große Wohnung auf einem Bauernhof, Weideland, einen Winterauslauf, einen Reitplatz, 3 Boxen und einen Raum für die Oldtimer und zum Basteln gepachtet.
Es gab dort nur ein Problem, und das war schlimm. Der Bauer war unausstehlich. Ich sehe noch heute in steter Regelmäßigkeit seine Anzeigen nach neuen Mietern und Einstellern in der Zeitung, kenne ja seine Telefonnummer. Niemand hält es da lange aus.

Dass die Pferde dort nachts in Boxen waren, war nicht das wirkliche Problem ... dass wir die Boxen nur unter Streit ausmisten konnten, das schon eins davon.








Der Winterauslauf, auf diesen Bildern wirklich von uns genutzt, stand uns bei näherer Betrachtung nicht wie abgemacht, nach Bedarf zur Verfügung.


Dasselbe Problem ergab sich mit der Sommerweide, wo Ihr hier unsere drei Pferde mal auf einem kleinen Teil davon grasen sehen könnt.
Der Garten laut Mietvertrag war bei näherer Betrachtung ein Lagerplatz für Baumaterial und zuguterletzt brach uns in der Wohnung die Decke über dem Kopf durch, weil das Dach undicht war und eine braune Wasserbrühe ergoß sich mitten in die Wohnung. Wir kündigten fristlos und zogen nach Nettelsee.
Unsere Pferde waren inzwischen allerdings zunächst einmal nur über Sommer bei einem Bauern in Boksee-Imsee untergebracht. Hier nur ein Foto davon.

In diesem Sommer war mein Enkel von der Kleinen, der nun auf die Welt gekommen war, bereits oft bei uns, auch ohne sie, hier mit meiner Mutter und unseren damaligen Hunden Chérie und Susi bei unseren Pferden auf ihrer Weide in Boksee-Imsee.
Auf dieser Weide hatte Chiwa übrigens damals das erstemal Hufrehe. Ich ließ sie, weil ich keinen Schmied fand, von einer Hufheilpraktikerin nach Straßer behandeln und ich glaube, das war ein Fehler, den ich nie hätte machen sollen. Das konnte ich natürlich damals nicht wissen.
Die Weide war im Winter so feucht, dass sie unter Wasser stand, das war den Besitzern auch bekannt. Wir wußten also, dass wir uns zum Winter etwas anderes suchen mußten und gingen damals mit unseren Pferden auch dann nach Klein-Barkau in denselben Stall, aus dem wir diesen Sommer (Ende Mai 2008) im Prinzip aus ähnlichen Gründen wieder weggingen wie damals dort dann auch.
Wir verließen also dieses nur vorübergehend gepachtete Weideland in Boksee-Imsee im September 2001.
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Weil Chiwa jetzt mein Pferd geworden war, hatte ich einen kühnen Plan. Ich wollte sie gern selbst reiten und mit meiner kleinen Tochter am Staffelritt auf Gut Nehmten teilnehmen, einem 25 km langen Geländeritt mit mehreren Steilhängen, wofür ich ein Pferd benötigte, das klein genug wäre, ohne Hilfe auf- und abzusteigen, denn einen Steilhang runterreiten .. so mutig bin ich dann nun doch nicht.
Ich habe damals 20 kg abgenommen und dachte, noch weitere 10 kg und Chiwa kann mich tragen. Ich habe noch nie eine so starke Motivation gehabt, eine Diät durchzuhalten wie damals, war schon fast schlank.

Das Stallklima in Klein Barkau, die Stallgemeinschaft, war im Prinzip damals genauso nett wie jetzt, etwas, das einen vielleicht viel zu lange andere Mißstände wie die wirklich total unhygienischen Verhältnisse hinnehmen ließ.


Wenn ich diese Bilder so anschaue ... schlanker gefalle ich mir schon ...


Manchmal war es etwas schwierig, Chiwa und den Kinderwagen zu handeln, wenn meine Tochter Nixe oder Reno ritt.


Meine Mama war damals noch so fit, mal ein Pferd zu halten oder auf meinen Enkel mit zu achten.

Und dann wurde es März 2002 und Chiwa hatte diesen schrecklichen Unfall, den sie nur mit knapper Not überlebt hat. Es war so schrecklich, man konnte bei dem verletzten Bein bis auf den blanken Knochen sehen, Sehnen, Bänder, ganze Fleischstücke, einfach weg gerissen, in der Fesselbeuge eine gerissene Arterie, aus der das Blut im Pulsschlagintervall raus schoß, aber mein Tierarzt konnte ihr Leben retten, sagte mir allerdings, man würde sie nie mehr reiten können.
Aus der Traum vom Staffelritt Nehmten auf meiner Chiwa. Es war so ein schöner Traum gewesen. Aber manche Träume muss man ad acta legen.



Nach ein paar Wochen im Stall konnte Chiwa mit einigen alten Ponys wieder auf einen Auslauf.
Irgendwann auch wieder auf die Weide.


Mein kleiner Enkel, der täglich mit bei den Pferden war, hier mit Reno und Nixe.

Bulli, hier mit Chiwa zusammen, war ein richtiger Bulle, aber ein Galloway und ganz friedlich.



Die hygienischen Verhältnisse wurden gegen Frühjahr zu immer katastrophaler. Ein Hof ohne Mistplatte ist halt kein Zustand.



Damals hatten wir von meinen beiden Töchtern je ein Enkelkind, der Kleine von meiner Großen war ja noch nicht auf der Welt, und sahen beide noch oft, den von der Kleinen sogar täglich und er war oft über Nacht bei uns. Allerdings vermute ich, dass uns meine Älteste bereits damals immer ohne Wissen ihres Mannes besuchen kam.


Allmählich war alle Freundlichkeit der Leute kein ausreichender Grund mehr, sich dort wohlzufühlen .. bei diesem Dreck, wo ich mich noch heute wundere, wie Chiwa unter diesen Umständen so eine Verletzung überlebt hat ... sie hat einen eisernen Überlebenswillen, meine Kleine.
Mehr erzähle ich Euch auf der kommenden Seite.