Auf der Suche nach der Doublebird-Ranch

Dann will ich mal weitererzählen von den Zeiten in Depenau, als wir unseren Pferdestall Ni-Chi-Re.anch nannten.

Wir hatten uns entschlossen, dass die Reitweise Westernreiten für uns die ideale sei, also nannten wir unseren Stall klar Ranch.

Ni kommt von Nixe, Chi von Chiwa und Re von Reno und deshalb der Punkt vor anch = Ni-Chi-Re.anch.

Es war eine herrliche Zeit.

Unsere Süßen in ihrem gemütlichen Offenstall.

Ich reite das erstemal durch Depenau, ohne dass mich einer am Führstrick oder einer Longe führt.

Ich war mein Leben lang total unsportlich. Insofern hat mir die Leistung, auf Nixe alleine ausreiten zu können, viel mehr abverlangt als irgendeine gute Zensur auf irgendeiner Schule, Dinge, die mir immer zugefallen sind. Ich war so stolz auf mich und bin so traurig, dass ich heute nicht mehr auf meiner dicken Nixe reiten kann.

Die weiße Katze links neben unserer damals noch fast schwarzen Chiwa ist übrigens die Blanka, die wir immer noch haben.

Da schaut Chiwas freche Nase aus unserer Offenstalltür raus.

Chiwa steigt ... man warf es mir später vor, sowas mit ihr zu machen. Ich habe es ihr übrigens mal nicht selbst beigebracht, nur da sie es kann, halt weiter öfter machen lassen.

Chiwa im Eingang unseres Offenstalls.

Reno und Chiwa haben Zoff.

Winter ... Heu im Schnee.

Nixe, Chiwa und Reno bei der Bodenarbeit ... so haben wir sie mal eingearbeitet, Jürgen und ich machen es noch heute so ähnlich, warum auch nicht. Sie haben sich auf dieser Grundlage alle zureiten lassen und Nixe und Reno sind heute gute Reitschulpferde geworden.

Dieses Foto haben wir an Nixes 6. Geburtstag gemacht und alle drei teilen sich ihre Torte ... das Foto von ihr mit der Torte sollte noch in Folge kommen.

Bevor alles aus war, haben wir mit viel Mühe damals geschafft, Nixe und Reno ein bißchen einzufahren .. hatten leider dann nichts mehr davon.

Hier übe ich mit Reno dafür.

Ob wir wohl nochmal irgendwann gemeinsam mit Westernsattel und Cowboyhut ausreiten werden wie ich damals?

Äpfel sind lecker.

Wir nutzten zwar jedes Fitzelchen Weide, aber es reichte und war wirklich eine schöne Zeit. Ich habe mich in dem kleinen Dorf immer sehr wohl gefühlt.

Wenn die Kastanien blühten, war unser Hof immer besonders schön, denn rund um unsere Weiden rum wuchsen Kastanien.

Chiwa grau-meliert sah auch nicht schlecht aus.

Reno mit seiner allerersten Schleife nach einem Ringreiten.

Es war schön, wenn meine Mädchen sich ab und zu die Zeit nahmen, ihrer Mama mit über 40 noch das Reiten beizubringen. Das war solange kein Problem, wie keine wirklich langfristig festen Partner bei uns auftauchten. Danach änderte sich das schlagartig.

Meine dicke Nixe nimmt ein Sonnenbad.

Chiwa, die sich anfangs schwierig im Round Pen arbeiten ließ, lief mit Reno gemeinsam wie eine Eins, warum auch immer.

Es wäre schon herrlich, wieder einen Offenstall und ein Round Pen hinterm Haus zu haben, jederzeit, wenn das Wetter schön ist, mit den Pferden auf dem eigenen Land arbeiten zu können.

Dieses und die folgenden beiden Bilder habe ich auf der Weide aufgenommen, die wir dann später noch von unserem Gutsbesitzer dazu bekamen.

Tja, solange ich einen Mann hatte, der eine kleine Firma hatte, alles war anders ... man lernt die Menschen oft erst wirklich kennen, wenn man allein und vor allen Dingen plötzlich bettelarm ist, weil man als verlassene Ehefrau Sozialhilfe beantragen muss. So ging es mir auch mit unserem Gutsbesitzer. Mit einer gewissen Genugtuung erfuhr ich viele Jahre später, dass man ihn auch wie einen Hund aus Depenau weggejagt hat, als es verkauft wurde. Gottes Mühlen mahlen langsam ...

Was haben unsere Pferde gestaunt, als wir das Gründach auf ihren Stall machten. Tja und jetzt ist es so schön und zugewachsen, aber das hab ich leider nicht mehr erlebt, solange ich noch dort wohnen konnte.

Als wir das Gründach auf den Offenstall machten, war mein Mann schon einmal ausgezogen, damals konnte ich den Hof noch halten und er kam zurück. Ich hatte damals sogar eine Weile einen Freund, aber habe keine Sekunde gezögert das zu beenden, als mein Mann wieder für die Kinder da sein wollte. Ich dachte, es ist doch besser, wenn ich mit ihrem richtigen Vater zusammen lebe. Ich habe nicht an mich gedacht, sondern immer an uns alle. Meine Familie, die Pferde und die Tiere, es war mal mein Lebensinhalt. Jetzt versuche ich, einen neuen zu finden. Jürgen hat es geschafft, den Verlust seiner Familie zu überleben, ich werde das auch schaffen, ich muss.

Heute ist der 16. Januar 2009. Ich mache jetzt hier mal Pause und melde mich bald wieder mit mehr Berichten von den alten Zeiten mit unseren Familienpferden.

Renate

...

Unsere Neugierpferde. Wenn man Pferde direkt hinterm Haus hat, erlebt man viele Dinge, die man in einem Pensionsstall gar nicht sieht.

Wenn sie in der Sonne liegen und schlafen z. B., wenn sie abends alle gemeinsam laufen und spielen oder manchmal, wenn ich nachts nach Hause kam, weil ich meine Kinder in die Disco gebracht oder wieder abgeholt habe und in den Offenstall schaute, dann lag da Reno quer und seine beiden Stuten mit dem Kopf auf seinem Bauch und alle schliefen .. man mußte sich klar anschleichen, um sowas mitzukriegen .. war einfach schön, mit den Pferden so intim zu sein und wäre, schön sowas nochmal erleben zu können.

In Renos Elchnase und seine Augen war ich immer so verliebt .. jetzt kann ich sie nicht mehr so wirklich sehen, weil ich ihn und auch meine dicke Nixe höchstens mal von weitem anschauen kann, mich vergewissern, dass sie überhaupt noch leben. Es ist traurig, dass es so kommen mußte.

Aber ich höre das öfter von alten Bekannten, die ich jetzt laufend über stayfriends wiederfinde .. nach einer Scheidung verlieren viele Menschen ihre Kinder aus den Augen, wenn sie neue Partner finden und meinen, endlich wieder glücklich werden zu können, was dann oft die eigenen Kinder durch ihr Verhalten zum Teil wieder vereiteln. Warum, das können wohl nur nackte psychologiesche Statistiken erklären.

Reno im Offenstall.

Von hinten, das darf ich wohl zeigen. Unser Reno vor unserer kleinen Kutsche.

Reno und ich auf dem Reitplatz. Wer weiß, vielleicht hätte ich mit der Hilfe meiner Töchter, wenn ich damals etwas mehr Zeit gehabt hätte, sogar noch gelernt, ihn zu reiten. Meiner Kleinen zuliebe habe ich mir damals solche Mühe gegeben, weil sie die Nixe ja so gern hatte und gerne für sich haben wollte.

Auf diesem und den folgenden Fotos sind wir mal wieder mit unserem Wanderstromzaun bei einem Nachbarn "Rasen mähen". Das haben wir in Depenau bei vielen Nachbarn machen dürfen und hatten so immer genug Gras zum Abweiden.

Unsere Pferde kannten das schon. Wenn ich die Steckpfähle und die Kordel in die Schubkarre packte, grummelten sie schon. Sie wußten genau, wir laufen bald los, schön Picknick machen.

Unsere Nixe, Tochter der Lorelei, ist wirklich ein echtes Wasserpferd und von Depenau aus waren wir manchmal mit den Pferden im Schierensee schwimmen.

Chiwa ist ja eher wasserscheu, Reno ging zwar mit den Beinen rein, aber nicht so weit, aber Nixe, die schwamm auch.

Wir haben in Schleswig-Holstein selten echte Schneewinter, aber manchmal schon ... die nächsten Bilder stammen von einem richtig tollen Schneewinter mit 4 Monaten Dauerschnee in Depenau.

Ich glaube, dass Pferde so schön von alleine spielen, sieht man eben nur, wenn man sie direkt durch das Wohnzimmerfenster immer in der Nähe hat, kann dann mal rauslaufen und Fotos davon machen. So etwas wieder zu finden, schwebt mir vor meinem geistigen Auge vor.

Wie sagte meine Große immer, sie würde alle Pferdefarben mögen, aber weiß nicht ... Chiwa kauften wir schwarz, jetzt ist sie schneeweiß ... ob sie innerlich wußte, dass sie nicht mehr vorhanden wäre, wenn unser Schimmel weiß geworden wäre?

Reno, noch überall voll Scheeflocken.

Ach mein Elchi.

Nixe schaut über den dick verschneiten Paddockzaun.

Typischen Städtern mag sowas nicht liegen, Holzheizung, Einöde, nur wenige Nachbarn, keine Busverbindung, die Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, weite Wege zum nächsten Kaufmann ... ich war dort glücklich.

Da schmoren unsere Süßen in der Sonne.

Unmengen an Gras hatten wir nicht, wie Ihr hier sicher auch gut sehen könnt, aber dafür auch nie Hufrehe, und verhungert sind die Pferde dennoch nicht.

Eins meiner Lieblingsfotos ... Nixes 6. Geburtstag und wir hatten ihr eine Möhrentorte gebacken.

Da bin ich mit Nixe auf dem Reitplatz in Stolpe .. dort gab es Kappenzwang.

Und hier reite ich grad los, das ist die Straße direkt neben unserem Haus, wo man vom Stall runter kam.

Jetzt folgen nochmal ein paar Winterbilder aus Depenau.

Aus Platzgründen muss ich Euch den Rest der Geschichte über die Ni-Chi-Re.anch in Depenau doch auf der nächsten Seite erzählen. Also schaut mal eine Seite weiter. Renate